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    Bonsai -  Pflege

Kleiner Einblick in die Bonsaipflege.
 
 

Themen dieser Seite:
  Allgemeines zu Bonsai
     Standort
  gießen
  düngen
  bemoosen
  schneiden
      drahten
      umtopfen
      Pflanzen auf Stein
      Erdmischung
     Outdoor
  Indoor

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       Außer einigen Kontrollblicken im Winter, beginnt mein
       Outdoor-Bonsai-Jahr
                im März, wenn keine längeranhaltenden Fröste mehr zu erwarten sind.

                                 Die ersten Bäumchen lassen ihre Knospen quellen -
                                 Zeit also, die Bonsai aus dem Winterquartier an ihren
Sommerstandort zu bringen.

Standortmeiner Bonsai ist im Halbschatten hoher Sträucher und Bäume,
                                     oder sonnig, je nach Art und Bedürfnis.
                                     auf in Augenhöhe angebrachten Bohlen.
                                                  ( wie auf den Bildern zu erkennen )

 Das bedeutet gleichzeitig Schutz gegen
 Ungeziefer ( z.B. Schnecken oder Ameisen )
 und einen guten Blickwinkel auf die Bonsai.
 So stehen sie nicht in praller Sonne,
 bekommen aber reichlich Licht.

Allgemeine Regeln können für den Standort nicht gelten.
In Bezug auf  Lichtverhältnisse, hat jede Pflanze ihre eigenen Wünsche.
In Pflanzenbeschreibungen sollte man sich nach den Lichtbedürfnissen der jeweiligen
Pflanze informieren.

        Beispiel:
                    Hat man sich für eine Roßkastanie als Bonsai entschieden, sollte man sie so
                    geschickt aufstellen, dass sie vormittags und nachmittags
                    in voller Sonne steht, in  den Mittagsstunden aber Schatten hat.
                    ( zB. im Schatten eines Baumes )

Lichtverhältnisse sind sehr entscheidend für die Entwicklung der Pflanze.
Je dunkler eine Pflanze steht, desto größer werden die Blätter
und Neutriebe wachsen entsprechend länger.

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                  Die ersten Arbeiten nach der Winterruhe sind das Reinigen
                          der Schalen,
                         die Kontrolle auf Schädlinge
                         und ob vielleicht das erste Mal gegossen werden muß.

                         Von März - April ist auch die Zeit zum Umtopfen.
                          Ich topfe meine Bonsai, je nach Alter, alle 3 - 5 Jahre um.
                              Da ich mir keinesfalls merken kann, wann ich welche Bäumchen
                              umgetopft habe, stecke ich kleine Plastestreifen mit Jahreszahl
                              in die Schale.
                          Frisch getopfte Bonsai werden  6 - 8 Wochen nicht gedüngt.

                          Nach und nach stellt sich aber die wichtigste Pflegemaßnahme ein:
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  DasGießender Bonsai :   ( für "Zimmerbonsai" ganz unten beschrieben )

           Mit steigenden Temperaturen und höhersteigender Sonne, wird das Gießen zur täglichen Pflicht.
            ( was sich natürlich nach der Witterung richtet )
           Meine Bonsai gieße ich mit einer, an den Gartenschlauch angebrachten, feinen Brause,
            mit einem sehr weichen Strahl.

           Dabei überbrause ich die Schalen mehrmals leicht, bis die Erde genügend Wasser aufgesaugt hat.
           Ich verwende Wasser aus eigenem Brunnen, welches glücklicherweise sehr weiches Wasser ist ( 3° dh ).

                      Entkalken ist weiter unten beschrieben.

            Wer wenige Bonsai  besitzt, kann aber Regenwasser, ( ist in Industriegebieten aber nicht zu empfehlen )
             oder  abgestandenes Leitungs-Wasser verwenden !

            Bei trübem Wetter überbrause ich die gesamten Pflanzen.

            Bei starker Sonnenstrahlung werden nur die Schalen überbraust,
            so daß die Blätter möglichst trocken bleiben.
         Es würde sonst häßliche Brandflecken auf den Blättern geben,
            da die Wassertropfen wie ein Brennglas wirken.

       Die günstigste Zeit zum Gießen ist  kurz nach Sonnenuntergang.

            Will man den Gieß-Rhythmus herausfinden,
            sollte man das Substrat in der Schale täglich kontrollieren.
            Anhand der Farbe des Substrats erkennt man schnell wann gegossen werden muß.
            So kann man den Gießrhythmus jeder einzelnen Pflanze herausfinden.
            Der kann nämlich je nach Substrat oder Größe der Schale von Baum zu Baum unterschiedlich sein.
 

            Das Gießen richtet sich aber auch nach dem Feuchtigkeitsbedürfnis jeder einzelnen Pflanze.
            Man darf  nie zuviel gießen, da ständig nasse Erdballen leicht zu Wurzelfäulnis und Schimmel führen !
            Die Erde in den Schalen soll bis zum nächsten Gießen an der Oberfläche leicht angetrocknet sein.

        Einige Pflanzenhändler empfehlen das tägliche Tauchen
            oder das Gießen von unten, was ich aber als falsch ansehe.
            Die Erde verschlämmt so zu einem  wasser- und luftundurchlässigen Klumpen  " Etwas".

            Ein großes Problem stellt sich immer wieder, will man in den Urlaub fahren:
            Die beste Lösung, man hat einen zuverlässigen Bekannten
            oder Nachbarn, den man das Gießenn, nach genauer Einweisung, überträgt.

            Eine andere Variante, die ich mal bei Zimmerpflanzen angewendet habe,

             Man stellt neben die Bonsaischale ein Glas Wasser, legt über den Rand des Glases einen Bindfaden.
             Das eine Ende taucht in das Wasser, das andere Ende wird etwas
              in die Bonsai-Erde eingegraben, so daß es guten Kontakt mit der Erde hat.
              Durch Kapillarwirkung sickert das Wasser langsam über den Faden in die Erde.
              Die Höhe des Wasserstandes und die Stärke des Fadens sollte man
              lange vor dem Urlaub mal ausprobieren.

 

Wasser entkalken:

      Wer zu  kalkhaltiges Wasser zur Verfügung hat, oder kalkempfindliche
   Pflanzen pflegt , sollte das Gießwasser entkalken.

        Eine Methode:
                 -  Kaufen sie sich einen Beutel Torf,
                 -  tun eine Handvoll Torf in ein Leinensäckchen,
                     ( ein alter Socken, ohne Löcher, tut es auch )
                 -  hängen es einen Tag  in 5 Liter Wasser.
                 -  fertig !
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DasDüngen

                         meiner Bonsai  verbinde ich mit dem Gießen,
                         da ich handelsüblichen, flüssigen Bonsaidünger verwende.
                              ( Ich überbrause die Bonsaischalen, wie bei mir üblich mit Wasser,
                              um erst einmal die Erde anzufeuchten, 

                              nach ca einer Stunde gieße ich mit dem angesetzten Flüssigdünger
                              auf die feuchte Erde )

                       Gedüngt wird  in den auf der Packung angegebenen
                       Mengen.
                       Die Zeit bis zum nächsten Düngen richtet sich nach
                       Art des verwendeten Düngers.

                         Ältere Bonsai werden etwas weniger gedüngt, da kein starkes
                         Wachstum mehr nötig ist.

                         Laubbäume werden von Mai bis August gedüngt,
                         Nadelgehölze düngt man bis September, da sie bis in den Winter
                         hinein Nährstoffe brauchen.

                         Niemals auf trockenem Boden düngen, da sonst die Wurzeln
                         geschädigt werden.
                         Die Erde erst wässern und danach düngen.

                         Im Winter wird nicht gedüngt.

                         Frisch umgetopfte Bäumchen werden für 5 -6 Wochen nicht gedüngt,
                         da in der frischen Erde genügend Nährstoffe vorhanden sind.

                         Blühende Bonsai werden während der Blüte nicht gedüngt.

                         Bonsai-Dünger gibt es in vielen Formen:
                          Organischen und mineralischen Dünger,
                          als flüssigen Dünger, oder  in fester Form als Stäbchen, Kugeln usw.

                          Jeder sollte selbst ausprobieren, was für seine Bonsai am
                          geeignetsten ist.

                          Bonsai können Dünger nur in Form von Nährsalzen aufnehmen.
                          So wird mineralischer Dünger sofort von der Pflanze
                          aufgenommen.

                         Organischer Dünger, zB. Düngekugeln, müssen erst von den
                          Bodenorganismen aufgeschlossen werden.
                          So wirkt dieser mit zeitlicher Verzögerung als Langzeitdünger.
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DasBemoosender Schalen :

                         Da ich es liebe, wenn meine Bonsai-Schalen schön bemoost sind,
                                        ( natürlich die Erde in den Schalen)
                         habe ich folgende Methode:

                         Ich habe immer einen gewissen Vorrat an getrocknetem Moos.
                         Dazu sammle ich, egal zu welcher Jahreszeit, mein Lieblingsmoos.
                         Dieses lege ich locker ausgebreitet in einen flachen Karton,
                         den ich unter einem Dachvorbau in die Sonne stelle,
                         so daß kein Regen herankommt.
                         Das Trocknen kann schon mal ein paar Monate dauern.
                         Wichtig ist : Das Moos muß staubtrocken sein.
                          Danach wird das Moos möglichst klein, fast staubförmig, zerrieben.

                          Will ich eine Schale bemoosen, streue ich das trockene Moos
                          ganz dünn und gleichmäßig auf die frische Bonsaierde.
                          Die Erde wird sozusagen mit dem Moos beimpft
                          ( wie beim Säen, nicht beschichtet )
                         Das Moos dann vorsichtig mittels einer Pflanzen-Sprühflasche mit Wasser
                         befeuchten, vorsichtig und mit Geduld, da das Moos ja zuerst noch
                         staubtrocken ist und schnell vom Wasser weggespühlt werden kann.

                         Ich treibe das dann aber sogar soweit, bis die Erde klatschnass ist,
                         so bekommt das Moos guten Kontakt zur Erde.

                         Besonders gut geht dieses Bemoosen auf  frisch eingetopften Schalen,
                         also auf  frischer, lockerer Erde.

                         Die so behandelten Schalen bilden innerhalb weniger Wochen einen
                         schönen Moosteppich.
                         In dieser Zeit muß aber sehr vorsichtig gegossen werden (besprühen),
                         um die Moos-Brut nicht wegzuschwemmen.

                         Wer sich aber zum Pflanzsubstrat "Akadama" überreden ließ,
                         wird beim Bemoosen auf purem Akadama kaum Erfolg haben.
                         Auch auf diesen "Erdelosen" Substrat-Mischungen, die von vielen
                         Bonsai-Züchtern und -Händlern angepriesen werden,
                         funktioniert das Bemoosen nur eingeschränkt.
                         ( Dies fällt aber unter die Kategorie Erd-Mischungen )

                        Welches Moos genommen wird, richtet sich nach individuellem Geschmack.
                         Es kann jede Art Moos verwendet werden. ( außer Sternlebermoos ! )
                         Zum Beispiel jenes, welches der Gärtner im Rasen garnicht mag.
                         Feineres, ganz  kurzes Moos, eignet sich besonders,
                         da die Schalen mit kurzem Moos noch hübscher aussehen.
                         Dieses  Moos findet man in Kiefernwäldern, in denen grasfreie Stellen sind,
                         manchmal  auch auf alten Steinen oder Beton.

                        Und so kann es nach 4 Wochen aussehen:


                              Birke,
                                                                                         Betula verrucosa
                                                                                         8 Jahre,  26 cm


Vorteil der Bemoosung:
 * Die Erde in den Schalen trocknet nicht so
    schnell aus -
 * Erde spühlt beim Gießen nicht weg  -
 * Und, da Moos nach neuesten Erkenntnissen
    schädlingsabwehrende - und
    immunsystemstärkende Substanzen enthält,
    schützt es auch die Bonsai vor Schädlingen.

                                         
 

       Abraten möchte ich noch von der Methode - frisches Moos einfach aufzulegen !
       Dies hat mehrere Nachteile:
                        *  Schädlinge und Pilze können eingeschleppt werden, die durch das Trocknen
                           weitgehend unschädlich gemacht, oder vertrieben  werden.
                        * Lücken, die duch das Auflegen bleiben, wachsen sehr langsam zu.
                        * Aufgelegtes Moos wächst sehr schlecht an.

       Sollte das Moos auf den Schalen nach einiger Zeit,
       meißt im Frühjahr nach der Überwinterung,
       unansehnlich werden, kann das Moos abgesammelt werden.
       Es wird ein wenig frische Erde aufgestreut und neu bemoost.
     
        Noch ein kleiner Tip:
        Wer nicht unbedingt Moos suchen und trocknen möchte,
         findet bei Reptilica.de sogar fertig getrocknetes Moos.
         Einfach auf meiner Startseite auf das Banner "Reptilica.de" klicken.
         unter  > Terraristik   > Bodengrund  kann man  getrocknetes Moos günstig kaufen.

  Noch ein paar wichtige Bemerkungen zumMoos :

                          Moose bewohnen die Erde seit  350 Millionen Jahren.
                          Es gibt  ca 14000 Arten.
                          Moose haben die lebenswiedrigsten Lebensräume erobert,
                          so wachsen Moose auf  Steinen, auf Bäumen, in sehr trockenen und sehr
                          feuchten , in kalten und warmen Gebieten, und überall setzen sie sich
                          gegen Schädlinge, Schadstoffe und Wetterunbilden durch.
                          Nur durch die enorme Anpassungsfähigkeit ist dieses lange Überleben möglich.

                 Und noch eine Besonderheit :
                 Alle Moose bilden Abwehrstoffe gegen verschiedene Bakterien
                 und Mikropilze (z.B. Mehltau).
                          Moose bilden biochemische Substanzen gegen Fressfeinde
                          (Schnecken) und zur Stärkung des eigenen  Immunsystems.

                  Diese Eigenschaften können wir uns aber auch für den Schutz
                  unserer Pflanzen zunutze machen, in dem man eine
Spritzbrühe herstellt :
                 Je nach benötigter Menge wählt man  ein Gefäß aus.
                          Moos zerzupfen, zu 1/4 in das Gefäß füllen, mit kaltem Wasser
                          zu 3/4 auffüllen,
                          umrühren, 24 Stunden abgedeckt stehen lassen.
                          Durch ein Tuch gießen, in eine Blumenspritze füllen und die Pflanzen
                          besprühen.
                          Kranke Pflanzen soll man alle 3 Tage besprühen.
                          Als Vorbeugung reicht es, die Pflanzen alle 3 Wochen zu besprühen.

        !   Wendet man aber diese Spritzbrühe erst dann an, wenn die Pflanze
                          schon stark mit Pilzen  befallen ist, wird die Kraft dieser
                          Moosbrühe wohl nicht mehr ausreichen.

        Und noch etwas:
                          Diese Brühe aus Moos über Gemüsepflanzen gegossen,
                          schützt vor Schneckenfraß.

        Es eignet sich jede Art Moos, da alle diese Eigenschaften besitzen.

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Schneidender Bonsai :

                         Das Schneiden der Bonsai gehört zu den wichtigsten
                         Arbeiten.
                         Es dient der Formgebung, aber auch der Formerhaltung .

      Tausend  Blätter  überwölben  Stamm  und  Äste,
                                          aber  das  Leere  zwischen  ihnen  bewirkt
                                           des  Baumes  Wesen.

                          Ein Bonsai soll "durchsichtig" sein, soll Durchblicke
                          auf Aststrukturen und Hintergrund erlauben, besonders den
                          Blick auf den Verlauf des Stammes, wenn auch ab und zu
                          unterbrochen.

Schneiden der Äste:

                         Um zum Beispiel einen Rohling in Form zu bringen, entfernt man
                ganze Äste oder einzelne Astpartien, oder kürzt Äste auf das
                         gewünschte Maß.

                          Um einen klaren, natürlichen Bonsai zu bekommen, gibt es einige
                          Grundregeln:
                         * Von Ästen, die sich genau gegenüber stehen, entfernt man einen,
                            so daß Äste wechselseitig angeordnet sind.
                         * Äste, die sich kreuzen,oder ins Kroneninnere wachsen,
                            müssen entfernt werden.
                         * Zu dünne Äste, die aus dem Stamm wachsen, müssen ebenfalls
                           entfernt werden.
                            ( es sei denn, man benötigt gerade an dieser Stelle einen neuen Ast )

                         * Astquirle müssen auf zwei Äste reduziert werden, aber so,
                            daß sie nicht genau gegenüberstehen.
                         * Schnittstellen sind Angriffsflächen für Bakterien, Pilze und Insekten
                            und müssen daher mit einem Wundverschluß-Mittel behandelt werden.
                         * Die richtige Zeit für den Astschnitt ist in der Ruhezeit der Pflanzen,
                            also im Winter, bei frostfreiem Wetter, oder im zeitigem Frühjahr,
                            bis Ende März.
                            Feine, filigrane Äste können das ganze Jahr geschnitten werden.
                         * Bevor ein größerer Ast entfernt wird, prüft man durch Abdecken
                            mit der Hand oder einem Blatt Papier, wie sich der fehlende Ast
                            auf die Gestalt des Bonsai auswirkt.
 

Man beachte auch, daß ein Bonsai von der Seite, in Aubenhöhe betrachtet wird.

   Äste, die ganz entfernt werden sollen,
  werden direkt am Stamm, am besten
  mit einem leicht aushöhlenden Schnitt
  ( Konkavzange ) abgeschnitten.
 
 
 

  Starke Triebe werden schräg,
  unmittelbar über einer Knospe abgeschnitten.
 
 

  Schwache, zarte Triebe werden rechtwinklig
  zur Wuchsrichtung abgeschnitten.
 

  Dazu noch einige pflanzlicheWachstumsgesetze :

                          *Wird eine Gipfelknospe entfernt, treibt die am höchsten gelegene
                             nächste Seitenknospe aus und übernimmt die Führung.
                          * An einer Pflanze treiben zuerst und am stärksten die Gipfelknospen,
                             vor allem diejenigen im oberen, gut belichteten Teil der Pflanze.
                          * Ein Trieb wächst zuerst in die Richtung, in welche die Knospe zeigt,
                             ( also die Knospe, die beim Schneiden als letzte stehen bleibt )
                          * Ist ein Trieb oder Ast mit der Spitze nach unten gebogen,
                             treiben zuerst die auf dem Bogen am höchsten gelegenen Seitenknospen.
                          * Im oberen Teil der Krone ist weiter und kosequenter zurückzuschneiden,
                             da sonst der untere Teil verkümmert.
 
 

Schneiden der Neutriebe:

                         Um den Bonsai in Form zu halten,
                          werden ab Beginn des Neutriebes im Frühjahr immer wieder
                          heranwachsende Neutriebe eingekürzt.
                        Die neuen Triebe bis auf  6 - 8  Blätter wachsen lassen und dann
                         auf  1 - 2  Blätter kürzen.
                         Wieviel man kürzt, hängt davon ab, wie schnell der Bonsai
                         an Größe zunehmen soll.
                         Kürzt man mehr und öfter, wird die Krone voller und gedrungener,
                         kürzt man zu wenig, wird der Baum vielleicht zu kahl und unansehnlich
                         Aus den belassenen Blattachseln werden wieder neue Triebe sprießen.
                            ( Steht das letzte Blatt zum Beispiel nach außen, so wird der
                              neue Trieb ebenfalls nach außen wachsen, so kann man die Wuchsrichtung
                             der Triebe, und somit die Form des Bonsai durch
                             richtigen Schnitt beeinflussen).

                          Bei Nadelgehölzen werden nur im Frühjahr die Triebkerzen gekürzt (entspitzt)
                          und zwar bevor die Nadeln erscheinen.
                          Kürzt man Triebkerzen auf ein Drittel, wird das Längenwachstum
                          gemindert, und eine Verzweigung wird angeregt.
                          ( die Verzweigung tritt im selben Jahr, nach wenigen Wochen ein )
                          Bei Kiefern z.B. bilden sich meist Anfang Juli wieder neue Triebkerzen
                          aus den im Frühjahr gekürzten Triebkerzen,
                          diese können wiederum  gekürzt werden.

                          Triebkerzen, die man nicht, oder weniger  kürzt, bilden dementsprechend
                          lange Zweige und Äste.

                          Kürzt man die Triebkerzen vollständig, verhindert man das
                          Längenwachstum, und regt den Rücktrieb in Stammnähe an,
                          so daß sich Äste gut verzweigen.
                                            Gekürzt wird mit Fingern, wobei die Fingernägel als Zange wirken,
                                            oder mit kleiner Schere.

                          Schneidet man bei Kiefern die Vorjahrestriebe zurück, bilden sich um die
                          Schnittstelle herum viele neue Knospen, aus denen wieder neue Triebe werden.

                          Scheidet man bei Nadelgehölzen weiter ins ältere Holz, tritt gewöhnlich
                          keine Knospenbildung ein, der Zweig treibt also nicht mehr aus.

                          Bei  Zypressengewächsen  schneidet man die Neutriebe nicht , sondern zupft
                          sie mit den
Fingern in Form.
                          So kann man die Triebe in eine natürliche Form bringen.
                          Schneidet man Neutriebe von Zypressen, bekommen sie unansehnliche,
                          braune  Spitzen.

Blattschnitt:
                          ist auch eine Möglichkeit der Gestaltung.
                          Soll ein Bonsai harmonisch aussehen, muß die Blattgröße
                          zur Baumgröße passen.
                          Hier gibt es die Möglichkeit, die Blätter zu schneiden.
                          Von Ende Mai bis Ende Juni, wenn die ersten Blätter ausgereift sind,
                          werden diese abgeschnitten.
                          Entweder man schneidet alle Blätter, oder nur einen Teil,
                          das heißt die größeren Blätter.
                          Nach etwa 4 Wochen sind neue  Blätter nachgewachsen,
                          diese sind kleiner und zahlreicher.
                          Bei Gehölzen mit langen Blattstielen läßt man die Stiele stehen und
                          schneidet nur die Blätter ab.
                          Blätter ohne Stiel  schneidet man direkt am Zweig ab.

                          Vor und nach dem Blattschnitt sollte nicht gedüngt und
                          weniger gegossen werden.
                          Den Baum etwas schattiger aufstellen.

                          Ein Blattschnitt ist eine enorme Belastung für den Baum,
                          er sollte nicht jedes Jahr,
                          und nur an kräftigen, gesunden Bäumen vorgenommen werden.
                          Bei blühenden, oder früchtetragenden Bäumen sollte man kein
                          Blattschnitt vornehmen.

                          Bei jungen Bonsai, die nicht unbedingt zur Präsentation gebracht
                          werden, sollte man auf den Blattschnitt verzichten.

                          Haben Kiefern zu lange Nadeln, können diese mit einer sehr scharfen
                          Schere auf das gewünschte Maß eingekürzt werden.
                                 Das Schneiden der Nadeln wird von Bonsaigärtnern nicht empfohlen
                                 und ist auch nicht als Dauergestaltung geeignet.
                                 Man sollte die Nadeln auf andere Weise kurzhalten.
                                 Z.B.: magere Erde, kleine Schalen, heller Standort des Bonsai usw.

                                Bei  älteren Bonsai, die sich in die Enge der Bonsaischale
                                "eingelebt" haben,
                                entwickelt sich mit der Zeit ein gewissen Gleichgewicht zwischen
                                Wurzelballen, Krone und Blattgröße / Nadellänge.

Lingnan-Methode :
                                Eine besondere Gestaltungs-Methode, die ausschließlich
                                darin besteht, zu schneiden und dann wieder wachsen zu lassen.

                                Die Pflanze wird, nachdem der Stamm relativ kräftig ist,
                                oberhalb einer Knospe geschnitten, die in die gewüschte neue
                                Wachstumsrichtung zeigt.
                                Den daraus entstehenden Trieb läßt man so lange wachsen,
                                bis er die gewünschte Stärke erreicht hat, erst dann wird er weit
                                zurückgeschnitten, und zwar oberhalb einer Knospe, welche die nun
                                wieder veränderte Wuchsrichtung angibt.
                                So fährt man fort und baut ein knorriges, wiederholt abgewinkeltes
                                Gerüst auf.
                                Die Bäumchen gewinnen ein interessantes, urwüchsiges Aussehen.

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   Das Drahten,

             - unerläßlich, um Äste und Stamm eines Bonsai in Form zu bringen.

                                 Man umwickelt einen  Ast  mit Draht, um ihn anschließend
                                 in die gewünschte Form zu bringen.
               Alle Stämme, Äste und Zweige lassen sich drahten,
               solange sie noch biegsam, aber bereits etwas verholzt sind.

Der Draht wird in Windungen von 45°
locker um den Ast gewickelt.
Verwendet wird Kupferdraht,
verkupferter Aluminiumdraht,
oder Aluminiumdraht.

Die Drahtstärke sollte  ca 1/3  des
zu umwickelnden Astes sein.
Genügt ein Draht nicht, kann
ein zweiter parallel gewickelt werden.
 

                                Das zeitige Frühjahr ist günstige Zeit zum Drahten.
                               Locker wird gewickelt, da mit eintretendem Saftfluß
                               die Äste schnell an Stärke zunehmen.
                               Gewickelt wird immer vom dicken zum dünnen Ende,
                               aber vorsichtig, damit weder Knospen noch Blätter verletzt werden.
                               Bei Nadelgehölzen keine Nadeln mit einwickeln.

                                Der Draht bleibt ca 3- 4 Wochen an Laubgehölzen,
                                etwas länger (bis 6 Wochen) an Nadelgehölzen.
                                Es wird in dieser Zeit darauf geachtet, daß sich der Draht
                                nicht eindrückt oder gar einwächst, eventuell wird
                                entdrahtet und neu gewickelt.
                                Draht, der sich in die Rinde eindrückt, hinterläßt über Jahre
                                hinaus, unschöne Druckstellen und Narben.

                                Beim Entdrahten wird der Draht mit einer Drahtzange
                                abgezwickt, beim Abwickeln könnten leicht Äste abbrechen.

                                Bonsaidraht erhält man im Fachhandel.
                                Ich selbst verwende abisolierten Kupferdraht aus Elektrokabeln.


 
 
 
 

         Weitere Möglichkeiten
               sind waagerechtbinden
               oder auseinanderspreizen
               von Ästen und Zweigen.

               ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

   DasUmtopfen

                                 ist nicht minder wichtig, aber relativ einfach.
                                Laubbäume topft  man März bis Ende April um,
                                Nadelbäume September bis Oktober.
                                  ( Ich habe auch oft  -mit Erfolg-
                                   meine Bonsais  Ende Juli bis Anfang August umgetopft )
                                 Je nach Alter der Bäume wird alle  2 - 4 Jahre umgetopft.
                                Ältere Bäume topft man nicht mehr so oft um, da das Wachstum,
                                 und damit auch das Wurzelwachstum nicht mehr so stark ist.


Bei jungen Bonsai, die im stärkeren Wachstum sind,
  verwendet man bei jedem Umtopfen, eine etwas größere Schale.
  Bei älteren, nicht mehr stark wachsenden Bonsai, lockert man
  den Wurzelballen, kürzt die Wurzeln und pflanzt wieder in
  die gleiche Schale.
 Beim Rückschnitt im Wurzelbereich werden gezielt die starken
 Wurzeln gekürzt, dies regt den Austrieb von lebenswichtigen
 Faserwurzeln an.

Schneidet man stärkere Wurzeln, noch ein Tip:
Die frische Schnittstelle taucht man in Holzkohlepulver,
oder bestreut die Schnittstelle mit Holzkohlepulver.
Das verhindert eine Infektion oder den Pilzbefall an der Schnittstelle.

Holzkohlepulver kann man sich leicht selber herstellen, indem man ein Stück Grillkohle
zu Pulver zerdrückt oder zerreibt.
 
 
 
 

Verwendet man gebrauchte Schalen, müssen sie innen und außen gut gesäubert werden.
Man verwendet nur klares, handwarmes Wasser und eine harte Bürste.
In gebrauchten Schalen bleiben oft Schädlinge und Pilze erhalten, die bei neuer
Bepflanzung wieder aktiviert werden.

  Vorgehensweise :  Die Pflanze muß im Wurzelballen etwas abgetrocknet sein.
                                 Man nimmt den Bonsai aus der Schale (Topf), lockert den Ballen etwas auf,
                                 entfernt abgestorbene Wurzelteile, schneidet die langen Saugwurzeln ab,
                                 bis ein kompakter Wurzelballen bleibt.

   ( es können bis zu zwei Dittel Wurzelmasse entfernt werden )
   Dann bereitet man die Schale vor :
   Die Abzugslöcher bedeckt man mit Bonsainetzen.
   Dies ist sehr wichtig, da sonst durch Ausspühlen
   der Erde, unter dem
   Wurzelballen ein Hohlraum entstehen kann.
     ( ich verwende in Stücke geschnittene
      Fliegengaze, man kann zur
      Not auch ein Stück feiner
      Dederon-Gardiene  verwenden).

                               Darüber füllt man eine Drainage aus grobem Sand je nach Größe der Schale,
                                von  5 - 30 mm Höhe auf.
                                ( ich verwende als Drainage SERAMIS - Tongranulat )
                                Nun füllt man etwas Bonsaierde in die Schale, um den Bonsai
                                plazieren zu können.
                                Jetzt muß die richtige Position des Bonsai in der Schale gefunden werden.
                                Nun wird mit Bonsaierde aufgefüllt.
                                Das Gefäß mehrmals leicht aufstoßen,
                                damit sich die Erde gut um den Wurzelballen legt.
                                Zu guterletzt wird gut angegossen.

           Wer möchte, kann nun gleich anschließend meine Methode des Bemoosens   anwenden.


Ist der Baum Kopflastig, oder hat
einen unsicheren Stand, kann er mit Draht
durch die Abzugslöcher befestigt werde..
 
 
 
 
 
 

                                 Düngung ist nun fur längere Zeit unnötig, da genügend Nährstoffe
                                 in der frischen Erde vorhanden sind.
                                 Frisch getopfte Bonsai dürfen erst gedüngt werden,
                                 wenn sich genügend neue Wurzeln gebildet haben
 

Pflanzen auf Stein:
                 Sehr dekorativ ist ein Bonsai auf einem Naturstein.

                                 Dazu knetet man einen dicken Brei aus Lehm
                                 ( etwas Torf, Moos oder Kokohum untermischen )

                                 Eine Wulst aus dem Brei wird  auf den Stein aufgelegt,
                                 so daß ein Rand entsteht.
                                 In die so entstandene Mulde wird der Bonsai gepflanzt.
                                 Diese Pflanzung muß in der ersten Zeit sehr vorsichtig
                                 gegossen werden, am Besten durch besprühen.


Wegen der besseren Optik
wird auf die Lehmwulst Bonsaierde aufgestreut und angedrückt.
Anschließend kann noch etwas nachmodelliert werden,
um einen harmonischen Übergang zu schaffen.


Wer professioneller arbeiten möchte,
kann an Stelle von Lehm auch  KETO verwenden.
KETO ist eine sehr klebrige Mischung aus Torf und Lehm aus Japan.
Es eignet sich noch besser, da KETO nicht so leicht vom Wasser weggespühlt wird.

Anschließend kann nach meiner Methode bemoost werden.
 

Erdmischung :

                            Im Pflanzenhandel erhält man fertige Bonsai-Erde.
                                   Diese ist für Anfänger mit 1-2 Bonsai völlig ausreichend !

                                   Angeboten, und von vielen Bonsaifreunden verwendet, wird
                                   AKADAM ( Lehmgranulat aus Japan)
                                   Dieses Substrat (pur oder in Mischung )
                                   behält sehr lange seine Struktur, ist aber nicht billig.

                                   Ich verwende überwiegend einheimische Substanzen
                                   für meine Erdmischungen.
 

                            Jeder erfahrene Bonsaisammler hat sein eigenes Rezept,
                                   dennoch möchte ich für unerfahrene " Beginner " beschreiben,
                                   wie man sich eine Erdmischung selbst herstellen kann.

                                   Eine Universalmischung, die für alle Bonsai geeignet ist,
                                   mischt man aus :
                                1 Teil   Torf oder Anzuchterde
                                1 Teil   Lehm  ( oder Akadama )
                                1 Teil   Sand*

                            Zum Schutz der Torfmoore
                                   nehme ich an Stelle von Torf,  guten  selbst hergestellten,
                                   gesiebten Kompost.
                                  Als Torf-Alternative kann auch gut dieses Pflanzsubstrat aus
                                   Kokosfaser  KOKOHUM  auch TERRARIENHUMOS
                                   verwendet werden.

                                   KOKOHUM hat sehr gute, auflockernde Eigenschaften.

                                   *Als Sand eignet sich am besten grober Flußsand,
                                   Wasserkies oder normaler gesiebter Kies.( Maurerkies )
                                   keinen feinen Sand verwenden !
                                   Gute Erfahrung habe ich auch schon mit groberem
                                   Pool-Filter-Kies gemacht.

                                    Teilweise mische ich an Stelle von Sand auch
                                    Bimskies oder Lavagranulat dazu.
                                   
Durch die porige Struktur erhalte ich ein besonders gutes Substrat.

                                   Die Erd-Mischung soll am Ende wasserdurchlässig,
                                   aber wasserspeichernd und luftdurchlässig sein.

                                   Diese Universalmischung kann man den Bedürfnissen der
                                   verschiedenen Baumarten anpassen :
                               *  Bei Laubgehölzen und Jungpflanzen gibt man mehr Humos hinzu.
                               *  Bei Nadelgehölzen und älteren Pflanzen, die kein
                                   Größenwachstum mehr bringen müssen, gibt man mehr Sand und Lehm hinzu.
                               *  Für Moorbeetpflanzen, wie Rhododendren und Azaleen, ist die
                                   Zugabe von halbverrottenden Fichtennadeln günstig, da sie im Laufe der
                                   Zeit eine etwas saure Erde erzeugen.
                                   Natürlich kann man auch Rhododendron-Erde verwenden,
                                   sollte dann aber etwas Kies, Bims oder Lava  untermischen.

                                   Meine neueste Standart-Mischung:
                                    2 Teile guten Kompost
                                    2 Teile "Fibotherm" ( Blähton-Trockenschüttung Körnung 2-4mm )
                                    1 Teil Lehm  ( getrocknet und fein zerstoßen )

  Allgemeines zu Bonsai :

           Bonsai - bedeutet im Japanischen:  "Baum in der Schale"

     Die Anfänge der  Bonsai - Kunst  liegen in China ( ca 500 n. Christi ).
             Erst viel später ( 14. Jahrh. ) entwickelte sich die Kunst in Japan.

                Die Unterteilung in "Indoor" und "Outdoor" ist wohl eine europäische
                Erfindung.
                Da nun in Deutschland alles "verenglischt" wird, könnte es auch eine
                deutsche Erfindung sein.
                         ( "Indoor" und "Outdoor" stammt aus dem Englischen )

                Bonsai, die aus den subtropischen Gebieten China´s , oder andern
                subtropischen Gebieten stammen,
                können bei uns eben nur in frostfreien Räumen überwintert werden.

                In ihrer Heimat China stehen die Bonsai natürlich
                das ganze Jahr im Freien, genau wie unsere einheimischen Bäume.

                Japanische Bonsai stehen in ihrer Heimat ebenfalls das ganze Jahr
                im Freien, werden bei uns auch ganzjährig im Freien gehalten.

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Grundsätzliches zu  Outdoor :

                 Zu den Outdoor zählen alle bei uns, das ganze Jahr,
                         im Freien gehaltenen Pflanzen.
                 Outdoor sind alle Einheimischen Bäume und Sträucher.
                         Außerdem zählen alle bei uns gehaltenen Pflanzen dazu,
                         die aus  Klimazonen kommen, die unserer Klimazone ähneln.
                         So sind zB. Japan-Bonsai bei uns Outdoor !
                   ( "Japan - Bonsai"  sagt aber nichts über die Herkunft,
                                                                sondern über die Haltung im Freien aus  )
 

                        Auf jeden Fall müssen Outdoor das ganze Jahr im Freien gehalten werden.
                 Outdoor dürfen im Winter auf keinen Fall in geheizten
              Räumen untergebracht werden.
                                                siehe:   Überwinterung
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Grundsätzliches zu  Indoor :

          Angegeregt durch viele persönliche Anfragen, und in Bonsai-Foren
                           gestellte Fragen, möchte ich einige Anmerkungen zu den
                           sogenannten " Zimmer-Bonsai " machen :

Falsch als "Indoor" bezeichnete Bonsai
sind Pflanzen aus tropischen, oder subtropischen Klimazonen,
die bei uns in Gewächshäusern oder Wintergärten  stehen müssen.

Als reine "Zimmerbonsai" kann man nur solche bezeichnen,
die auch als normale Zimmerpflanzen gehalten werden,
wie "Ficus"-Arten oder zB.  Dickblattgewächse wie
"Crassula" ( der bekannte "Affenbrotbaum" usw. )

                            In vielen Pflanzengroßmärkten, ja sogar in Baumärkten,
                            findet man tausende  Billigangebote mit der Bezeichnung  " Bonsai ".
                             ---- anscheinend ein lukratives Geschäft ----

                            Meine Seele schmerzt, wenn ich daran denke, wie diese Pflanzen
                            in den meisten Fällen elend zugrunde gehen.

                            Sehr oft werden die "Zimmer-Bonsai" zum Geschenk an
                            Unerfahrene, und dann beginnt der Frust, wenn nach wenigen
                            Wochen die Blätter gelb werden und der Baum die Blätter
                            schließlich abwirft.
                            ( eine Schutzreaktion des Baumes gegen Austrocknung )

                            Sehr oft angeboten werden z B.:
                              Chinesische Ulme  ( Ulmus parvifolia ),
                              Fukien-Tee  ( Ehretia microphylla ),
                                        -"-      ( alte Bezeichnung: Carmona microphylla )
                              Kirschmyrte ( Syzygium paniculatum ),
                              Sagaretie ( Sagaretia thea ),
                              Baum der tausend Sterne ( Serissa foetida) usw.
                              Alles Pflanzen, die selbst von erfahrenen Bonsaizüchtern
                              als  " heikel "  bezeichnet werden

                            Diese Bonsai werden aber immer öfter als "Zimmerbonsai"
                            angeboten.
                            Bestenfalls ist es Unwissenheit.
                            Ich gehe aber soweit, daß ich behaupte,
                       es grenzt an  Betrug,
                  es ist reine Geldmacherei wenn solche Bäumchen
                      als Zimmerbonsai angeboten werden,
                      obwohl diese aber im Zimmer kaum eine
                      Überlebenschange haben.

                             Viel zu oft sind die anhängenden Pflegehinweise falsch, oder
                             völlig unzureichend.
                             zB.: bei Zimmertemperatur 18 - 20°C , oder gar  18 - 25°C .
                             Für die Sommermonate ist das zutreffend, aber verschwiegen wird,
                             die notwendige kühle Überwinterung,
                       ( bei  einigen Arten  5 - 12 °C. )
                              Oft fehlt auch der Arten-Name, wie soll da ein Laie wissen,
                              wie er den Baum zu pflegen hat ?

                             Diese subtropischen oder gar tropischen Pflanzen
                             kommen als Direktimport aus ihrer Heimat,
                             oder aus Groß-Gärtnereien, wo sie unter optimalen Bedingungen ,
                             im Gewächshaus, zu tausenden, möglichst schnell
                             als Massenware herangezogen werden.

                             Wer kann diesen Pflanzen, in trockener Zimmerluft,

                              - oft über einem Heizkörper - auf der Fensterbank,
                                optimale Bedingungen geben ? 
 



Noch eine interessante Anmerkung eines Bonsai-Freundes
zu den sogenannten:  "Baumarkt-Bonsai"

 

Obwohl  jede Art ihre speziellen Ansprüche stellt......
möchte ich ein paar allgemeingültige Tipps    geben :

Zimmer-Bonsai sollten möglichst in einem geschlossenem Blumenfenster,
oder im Wintergarten ihren Platz finden.

Stehen die Bonsai im Zimmer ( immer mit zu trockener Luft ), sollte man
für etwas höhere Luftfeuchtigkeit sorgen.

Bild-Beispiel ->

Man stellt die Bonsaischale auf eine größere Schale,
die mit Tongranulat gefüllt ist.
Das Tongranulat wird immer feucht gehalten,
so bildet sich ein feuchtes Kleinklima um den Baum.

In der lichtarmen Jahreszeit sollten sie auf jeden Fall kühler stehen,
das ist von Art zu Art verschieden, allgemein bei  5 - 12 °C.
 ( einige Arten auch 15 - 20°C )

Nicht vergessen werden sollte, daß das Gießen
im Sommer im  1 - oder 2 tägigem Rhythmus notwendig ist.
( für  "Reisefreudige"  ist Bonsai-Pflege ohnehin nicht geeignet )

Einen generellen  Gieß-Rhythmus  kann man aber nicht festlegen.
Gegossen wird immer dann, wenn die Erde an der Oberfläche
leicht angetrocknet ist.
Dann wird reichlich gegossen, bis überschüssiges Wasser
aus den Abzugslöchern im Boden fließt.

Ab Ende Mai bis September lieben die "Zimmerbonsai" einen  hellen Platz im Freien.
Gedüngt wird dann nach  den Angaben auf der Düngerpackung.

Im Winter, bei kühler Überwinterung, werfen einige Arten
ihre Blätter ab, dann benötigt der Baum kaum Wasser.
 Es wird dann nur ganz vorsichtig gegossen,
so daß der Ballen immer nur leicht feucht ist.

Gedüngt wird im Winter alle 6 Wochen mit halber Dosis.
Haben die Bäume ihre Blätter abgeworfen, wird auf keinen Fall gedüngt.
( der Baum kann den Dünger dann nicht verwerten,
     die Faserwurzeln würden verbrennen )

Man sollte  stets daran denken, daß "Zimmer-Bonsai " KEINE "Zimmerpflanzen" sind.

Sie wachsen in ihrer Heimat, wie unsere heimischen Bäume, in freier Natur !!!
Die Haltung im Zimmer ist eine schlechte "Notlösung".

Ich kenne zB. keinen Baum der in trockenen, dunklen Höhlen wächst,
was ja unser Zimmer für den Baum darstellt !

Wer sich ernsthaft mit Zimmer-Bonsai beschäftigen möchte, sollte sich vor dem Kauf
auf jeden Fall über die Bedürfnisse der einzelnen Arten informieren.

Diese Bonsai stellen weitaus höhere Ansprüche
an die Pflege als gewöhnliche Zimmerpflanzen !

Für Pflegeansprüche einer speziellen Art, schauen Sie sich im INTERNET um,
es gibt viele gute Seiten von erfahrenen Indoor-Züchtern.

Der Bonsai-Fachhandel ist die einzige richtige Anlaufstelle
für den Kauf eines Bonsai.
Nur hier finden Sie eine kompetente Fachberatung und
häufig eine große Auswahl an
Qualitäts-Bonsai der verschiedensten Preiskategorien.
  
  Hier noch eine interessante Seite zur Zimmerbonsai-Pflege:
  mit Schnittanleitung !

  http://www.bonsai.ch/bonsai/zibonsaiPflege.cfm#pflege

Gern beantworte ich auch weitere Fragen zum Thema Bonsai !

e-mail :webmaster@bonsai-fix.de
             !!   bitte eindeutigen "Betreff" eintragen  !!
      !!!! e-mail´s ohne eindeutigen "Betreff" lade ich nicht vom Server !!!!

Bei Fragen zum Thema Pflege, oder Hilferufe bei Pflegefehlern,
teilen Sie mir bitte den Art-Namen  des Baumes mit !!

( manchmal kann auch ein gutes Bild helfen )

Ich kann nur helfen, wenn ich die Art kenne,
da jede Art ihre speziellen Anforderungen an Standort, Temperatur, Licht, Substrat usw. stellt !

Sie können aber auch Ihre Fragen im Forum stellen :  Bonsai-Info-Net
Sie müssen sich dazu nicht unbedingt anmelden, sondern können auch als Gast Ihre Fragen loswerden.


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