Meine
Erfahrungen bei der Überwinterung der
Outdoor
:
Entgegen
vieler Tip´s und Hinweise in der
Bonsai-Literatur, habe ich mit den Jahren
auch meine eigenen Erfahrungen bei der
Überwinterung meiner Bonsai gemacht.
Da ich sehr experimentierfreudig bin, wollte ich eine
Methode finden, die einfach zu bewerkstelligen ist,
möglichst wenig Aufwand macht und trotzdem
eine sichere Überwinterung gewährleistet.
In den Jahren meiner Anfänge war es mir auch fast unmöglich
an
Fachliteratur
heran zu kommen ; Bonsai - Zucht war ja vor 30 Jahren noch nicht
so populär.
Sehr viel Lehrgeld mußte ich in Form von hohen Verlusten
zahlen.
( Dazu gehört leider auch mein erster selbstgestalteter Bonsai )
Und
nun
meine Methode: für den Garten
Diese
Methode hat natürlich nur für Outdoor
Gültigkeit,
die bei mir zum größten Teil Einheimische sind !
( Auch Japan - Import
zählt
dazu, ist bei uns winterhart )
Im späten Herbst, wenn das trockene Frostwetter droht, stelle ich
einen einfachen
Rahmen aus vier hochkant gestellten, 15 - 20cm breiten Brettern
zusammen.
Ich brauche natürlich bei ca 160 Schalen und ca 180 Jungpflanzen
mehrere Rahmen.
Dieser Rahmen sollte an einem gut windgeschützten
Ort stehen!
( direkt auf dem Boden )
Wichtig dabei ist auch ein schattiger
Platz !
Meine Bonsai stelle ich unter eine größere Kiefer, die
genügend
Sonnenschutzbietet.
Wer keinen geeigneten Schattenplatz zur
Verfügung
hat,
kann weißes Flies locker über die Bäume decken,
das schützt die Bäume vor Sonne und Wind.
In den Rahmen stelle ich dicht nebeneinander meine Bonsai.
Dann nehme ich mit meinem gut saugenden Benzinrasenmäher, extra zu
diesem
Zweck liegengelassenes Laub auf.
Ein Rasenschnitt - Laub - Gemisch
hat
noch günstigere
Feuchthalte - Eigenschaften,
wobei ein Drittel Rasenschnittanteil günstig ist.
Birkenlaub, da kleinblättrig, ist auch hervorragend geeignet.
Dieses, durch den Rasenmäher zerkleinerte Laub, streue ich
sorgfältig
( ca 10 cm dick ) über die Bonsaischalen, ohne die Kronen
der Bäumchen zu bedecken.
Die so behandelten Bonsai überlasse ich nun ganz sich selbst.
Seit ich diese Methode anwende, sind meine Verluste bei der
Überwinterung auf Null !
für "Balkonier"
möchte ich noch eine Möglichkeit hinzufügen
Wer nur die Möglichkeit hat, auf
dem Balkon zu überwintern,
benutzt eine Kiste, oder einen Karton, der reichlich groß ist
und die Seitenwände höher als der Baum/die Bäume sind.
In diese Kiste/Karton wird ca 5 cm Herbstlaub oder Sand
gefüllt.
Darauf wird der Bonsai gestellt.
Dann füllt man mit Laub soweit auf,
dass die Bonsaischale ca 10 cm mit Laub bedeckt ist.
An Stelle von Laub kann auch Hobelspäne genommen werden.
( Ich denke aber, Laub ist für Jeden am leichtesten
verfügbar. )
Die Krone bleibt dabei aber frei, und die Kiste bleibt oben offen.
Die Kiste sollte Wasserabzugsmöglichkeiten haben, falls Die Kiste
längeren Regengüssen ausgesetzt ist.
Schnee schadet aber nicht, sondern schützt vor austrocknen.
Die Kiste stellt man am Besten auf eine Styroporplatte von 4-5cm Dicke.
Das Ganze wird vor Sonne
und Wind geschützt aufgestellt.
( in eine Ecke, auf den Balkonboden )
Als
Sonnenschutz eignen sich Fichten- oder Tannenzweige,
die man über die Kiste legt.
( Zwei Zweige überkreuz auf die Kiste gelegt reichen da
völlig aus )
Es ist darauf zu achten, dass das Substrat in der Bonsaischale
immer leicht feucht ist,
darf aber nicht zu nass sein, da dann Wurzelfäule eintritt.
Noch ein kleiner Hinweis für Beginner
Warum Winterschutz ?
> Bonsai aus
einheimischen Gehölzen brauchen den Rhythmus
der Jahreszeiten, also auch den Winter, der sie zum Laubfall,
zur Ruhezeit und zum kräftigen Neuaustrieb im Frühjahr anregt.
> Meist wird angenommen, die Bonsai erfrieren im Winter;
bei einheimischen Pflanzen ist es nicht der Frost, sondern die
Trockenheit, die unsere Bonsai schädigt,
da das Gießen bei Frost nichts nützt.(siehe unten)*
> Eine Laubschicht auf den Schalen verhindert das
Austrocknen
und zum Teil auch das Gefrieren des Wurzelballens.
> Die Krone braucht Schutz vor Sonne und Wind !
!!!
Wichtig dabei ist ein schattiger, windgeschützter Platz !!!
* Die gefährliche Wintersonne
und
der Wind würden die Zweige auftauen,
diese würden austrocknen, da aus dem gefrohrenen Wurzelballen
keine Feuchtigkeit nachsteigen kann, der Baum würde dadurch
absterben.